Detail
Blei im 24h-Urin
Blei (englisch: lead, chemisches Symbol: Pb) ist ein giftiges Schwermetall aus der Kohlenstoffgruppe mit der Ordnungszahl 82 und einer relativen Atommasse von 207.2 g. Es gehört zu den nicht essenziellen Ultraspurenelementen. Blei tritt in Verbindungen als 2- oder 4-wertiges Kation auf. Etwa 70 % der Gesamtbleilast bei Kindern und bis zu 90 % bei Erwachsenen sind als tertiäres Bleiphosphat im Knochen gebunden, während der Rest im Weichgewebe, insbesondere in Leber und Nieren, sowie im Blut vorkommt. Im Blut ist 99 % des Bleis an Hämoglobin in den Erythrozyten gebunden, der Rest an Albumin und Globuline im Plasma. Blei wird hauptsächlich über Nahrungsmittel und Getränke, aber auch in geringem Mass über die Atemluft aufgenommen. Die Resorptionsrate beträgt etwa 10 %, kann jedoch bei Kindern und im Fastenzustand auf bis zu 50 % steigen. Es reichert sich in den Erythrozyten an und wird grösstenteils über die Nieren und den Stuhl ausgeschieden. Blei passiert sowohl die Blut-Hirn- als auch die Plazentaschranke. Die Halbwertszeit beträgt im Blut und Weichgewebe etwa 2030 Tage, im Knochen 1030 Jahre. Für den Menschen ist keine physiologische Funktion von Blei bekannt, jedoch hat es erhebliche toxikologische Auswirkungen. Blei verursacht akute und chronische Schädigungen der Hämatopoese und des zentralen Nervensystems. Bei hohen Bleigehalten im Blut zeigen sich spezifische Symptome: Ab 100200 µg/L beeinflusst Blei die Lernfähigkeit von Kindern, während Werte über 400 µg/L zu einer Erhöhung von s-Aminolävulinsäure und Koproporphyrin im Urin führen. Ab 500 µg/L kann es bei Kindern zu chronischer Enzephalopathie kommen.
