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Selen im Vollblut
Selen (chemisches Symbol: Se) ist ein essenzielles Spurenelement und Halbmetall mit der Ordnungszahl 34 und einer relativen Atommasse von 78.96, das in den Oxidationsstufen -2, +2, +4 und +6 vorkommt. Die biologisch wirksame Form ist Se(IV), die stabilste Form im Körper. Selen wird hauptsächlich durch die Nahrung aufgenommen, wobei der Absorptionsgrad im Dünndarm etwa 80 % beträgt. In Regionen mit niedrigem Selengehalt, wie in der Schweiz, kann die Versorgung unzureichend sein. Im Körper ist Selen vorwiegend an Proteine oder Aminosäuren wie Selenoprotein P gebunden, und es wird in Organen wie der Schilddrüse, Niere, Leber und Milz gespeichert. Der Körperbestand liegt bei 1015 mg, mit einer empfohlenen täglichen Zufuhr von 3050 ?g. Die Zufuhr erfolgt hauptsächlich über Fleisch, Leber, Eier, Meerestiere und Nüsse, wobei pflanzliche Nahrungsmittel Selen vorwiegend als Selenomethionin enthalten. Selen hat vielfältige Funktionen im Körper, insbesondere als Bestandteil von Enzymen wie Glutathionperoxidase, die vor freien Radikalen schützen, und Deiodasen, die Schilddrüsenhormone aktivieren. Weitere Funktionen umfassen die Entgiftung von Schwermetallen und die Unterstützung der Spermatogenese. Ein Mangel an Selen kann zu Kardiomyopathien, Leberschäden und Myopathien führen, während Krankheiten wie die Keshan- und Kashin-Beck-Krankheit in selenarmen Regionen auftreten können. Eine Selenvergiftung ist bei übermäßiger Zufuhr möglich, aber selten. Die Bestimmung des Selenstatus erfolgt durch Messung in Blut, Plasma oder Urin, wobei niedrigere Werte mit verschiedenen Erkrankungen assoziiert sind und eine Substitution bei Mangel empfohlen wird.
