Detail

Quecksilber im Vollblut

Fachbereich
ZLM TDM/Toxikologie
Bereich
ZLM TDM/Toxikologie
Klinische Information

Quecksilber (englisch: mercury, Symbol: Hg) ist ein bei Raumtemperatur flüssiges Schwermetall mit der Ordnungszahl 80 und einer Atommasse von 200.59. Es zählt zu den toxischen, nicht-essenziellen Spurenelementen und liegt im Körper als elementares, anorganisches oder organisches Quecksilber vor. Hauptquellen sind der Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten (insbesondere Methylquecksilber) sowie Amalgamfüllungen, die geringe Mengen Quecksilberdampf freisetzen, welcher zu 80 % in der Lunge aufgenommen wird. Zahnamalgam gilt als mögliche Belastungsquelle, wobei die Risiken umstritten sind, während Schwangerschaft und Stillzeit wird von neuen Amalgamfüllungen abgeraten. Weitere Expositionsquellen sind Energiesparlampen, Neonröhren, Kontaktlinsenreiniger und Klärschlamm. Quecksilber kann die Blut-Hirn-Schranke und Plazentaschranke passieren und reichert sich besonders in Nieren, Leber und Gehirn an. Es wird überwiegend über Stuhl und Urin ausgeschieden und zeigt eine starke Affinität zu Thiol- und Selenolgruppen, wodurch es Moleküle wie Glutathion und Metallothionein blockiert. Systemische Effekte einer Quecksilberbelastung umfassen eine verminderte Entgiftungsleistung durch Hemmung der Glutathion-Peroxidase, eine Blockade der Selen-Wirkung, Verdrängung von Eisen und Kupfer, mitochondriale Dysfunktion und oxidativen Stress. Methylquecksilber, das durch Darmbakterien entstehen kann, passiert die Blut-Hirn-Schranke und fördert zudem allergische Sensibilisierungen (Farina et al., Neurochem Int. 2013, 62:1–20). Akute Vergiftungen schädigen die Atemwege, den Verdauungstrakt und die Nieren. Chronische Belastungen betreffen das Zentralnervensystem (Tremor, Reizbarkeit), die Nieren (Proteinurie) und die Mundschleimhaut.

Synonym
HG
Methode
ICP-MS
Probenmaterial
Blut
Probengefäss
S-Monovette Metallanalytik Vollblut
Probenentnahme
Blutentnahme möglichst ohne Stauung durchführen. Bitte ausschliesslich die Spezialnadeln für die Metallanalytik verwenden (z.B. Safety-S-Monovette-Kanüle Met. 21G*1 1/2'', Sarstedt AG, Ref.Nr. 85.1162.600, SAP Produkt-ID 10053494). Für die Blutentnahme zur Metallanalytik unbedingt metallfreie Probenröhrchen verwenden. Nachfolgend einige Beispiele: 1) Sarstedt AG: S-Monovette, Metallanalytik Lithium-Heparin, 7.5 mL, 92 mm, Art.Nr. 01.1604.400, SAP Produkt-ID 10009147 2) Becton Dickinson: BD Vacutainer Röhrchen für Spurenelement-Analytik (K2EDTA, PET), Verschluss blau, Art.Nr. 368381 3) Greiner-Bio-One: VACUETTE NH Trace Elements Sodium Heparin, Art.Nr. GREI456080_1200 Für den Transport ins Labor unbedingt im metallfreien Orginalröhrchen belassen! Hinweis: Die mit den Labormesswerten ausgewiesenen Referenzwerte gelten nur, wenn in den 48 Stunden vor der Blutentnahme kein Fisch konsumiert wurde. Telefonnummer TDM/Toxikologie: 031 632 29 65
Postversand
gekühlt oder tiefgefroren
Frequenz
1x wöchentlich (Fr)
Weitere Informationen
Versand gekühlt oder gefroren, Probenstabilität: 1 Tag bei Raumtemperatur, 7 Tage bei 4°C, 1 Jahr bei -20°C, Langzeitaufbewahrung bei -80°C
Verrechnung
1x 02.1645.00 EAL QUECKSILBER