Detail

Oligoklonale Banden inkl. IgG IgA IgM und Albumin L/S-Quotient

Fachbereich
ZLM Protein- Urin und Liquordiagnostik
Bereich
ZLM Protein- Urin und Liquordiagnostik
Klinische Information

Der Laborbericht zur Analyse der oligoklonalen Banden im Liquor wird gemäss Konsens-Empfehlungen (Freedman et al., 2005) in Bezug auf eines der fünf anerkannten Muster für oligoklonale Banden nach Andersson et al. (1994) erstellt. Typ 1: Normaler Befund, polyklonal (kein Hinweis auf intrathekale IgG-Synthese). Typ 2: Oligoklonale Banden im Liquor (hinweisend auf intrathekale IgG-Synthese). Typ 3: Oligoklonale Banden im Liquor (wie Typ 2), zusätzlich identische Banden in Liquor und Serum (wie Typ 4). Typ 4: Identische Banden in Liquor und Serum (kein Hinweis auf intrathekale IgG-Synthese, aber hinweisend auf systemische Immunreaktion). Typ 5: Muster verdächtig für monoklonales Immunglobulin in Liquor und Serum. Falls klinisch angezeigt, empfehlen wir Immunfixation im Serum (verdächtig auf systemische Monoklonale Gammopathie). Die isoelektrische Fokussierung (Nachweis oligoklonaler Banden) gilt als sensitivere Methode gegenüber der nephelometrischen Messungen (berechnete intrathekale Fraktion) zum Nachweis einer intrathekalen IgG-Synthese. Der sensitive Nachweis von oligoklonalen Banden mittels isoeletrischer Fokussierung ist u.a. für die Diagnose einer Multiplen Sklerose (MS) relevant - oligoklonale Banden sind aber nicht spezifisch für MS weil sie auch bei anderen entzündlichen ZNS-Prozessen auftreten. Oligoklonale Banden werden bei akut entzündlichen Prozessen erst nach einigen Tagen mit Beginn der humoralen Immunreation nachweisbar, können aber auch noch Jahre nach einem hinreichend behandelten oder ausgeheilten entzündlichen Prozess nachgewiesen werden (DGLN, 2020) Die Untersuchung auf oligoklonale IgG-Banden wird durch isoelektrische Fokussierung mit immunologischer IgG-Detektion durchgeführt. Zusätzlich zu den oligoklonalen Banden werden immer auch Liquor-/Serum-Quotient für Albumin IgG, IgA und IgM nach Reiber bestimmt. Interpretationhilfe: Ein erhöhter Albumin Liquor-Serum Quotient ist hinweisend auf eine Schrankenfunktionsstörung. IgG-, IgA- und IgM-Liquor/Serum-Quotient werden benötigt zur Berechnung der lokalen Synthese IF (intrathekale Fraktion) des betreffenden Immunglobulins. Erhöhte Werte >10% der intrathekalen Fraktion sind hinweisend auf eine intrathekale Immunglobulinsynthese bzw. hinweisend auf einen entzündlichen Prozess im ZNS. Die Akuität einer intrathekalen IgG-Synthese ist nur mit anderen Parametern zusammen beurteilbar (Zellzahl, weitere wie Parameter wie Albumin-Quotient). Grund: Intrathekale Immunreaktionen klingen sehr langsam ab (über Jahre), und können allenfalls auch lange nach Behandlung und Abklingen der Symptome noch nachweisbar sein (DGLN, 2020). Literaturquelle: Freedman et al. Arch Neurol. 2005, 62:865 Andersen et al. J Neurol Neurosurg Psychiatry. 1994, 57:897 DGLN Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V. (Herausgeber). Ausgewählte Methoden der Liquordiagnostik und klinischen Neurochemie. INSTAND Schriftenreihe, Düsseldorf. 4. Auflage, 2020. S. 21-26. ISBN 978-3-98217-810-3

Methode
Isoelektrische Fokussierung und immunologische Detektion von IgG. - Albumin-, IgG-, IgA und IgM-Liquor/Serumquotienten: Nephelometrie
Probenmaterial
Blut, Liquor
Probengefäss
S-Monovette Serum Gel braun (7.5 ml)
Probenentnahme
Für diese Analyse brauchen wir Liquor UND Serum im gleichen Auftrag. Bitte verwenden Sie alle gedruckten Probenetiketten, inklusive Serum und Liquor. Telefonnummer Proteinlabor: 031/632'82'19
Postversand
ungekühlt per Express, Kurier oder A-Post
Frequenz
1x pro Woche
Verrechnung
1x 02.1022.00 EAL ALBUMIN IMMUNOLOGISCH, 1x 02.1451.00 EAL IMMUNGLOBULIN G (IGG), 1x 02.1457.00 EAL IMMUNGLOBULIN M (IGM), 1x 02.1441.00 EAL IMMUNGLOBULIN A (IGA)